Die zweite Staffel von Slow Horses etablierte das narrative Fundament, auf dem die spätere Tragik der Cartwright-Familie aufbaut: den Mythos der 'Zikaden', russischer Schläferagenten, die jahrzehntelang unentdeckt im britischen Alltag lebten.
Der rätselhafte Tod des ehemaligen Agenten Dickie Bow, der in einem Londoner Bus an Herzversagen stirbt, wird von Jackson Lamb sofort als gezielte Vergiftung enttarnt. Lambs Gespür für verdeckte Operationen des Ostblocks zeigt, dass der Kalte Krieg für die Überlebenden dieser Ära niemals wirklich beendet war.
Im Rückblick erweist sich der Handlungsstrang um die Schläferzelle in Upshott als meisterhafte Studie über Desillusionierung und Verrat. Während junge Bürokraten im First Desk wie Taverner glauben, moderne Überwachungstechnik mache altes Handwerk überflüssig, zeigt Lambs Team, dass persönliche Loyalität und schmutzige Intuition unersetzlich bleiben.
Die Dynamik zwischen Gary Oldmans Lamb und Kristin Scott Thomas' Diana Taverner bleibt dabei das dramaturgische Herz der Serie: zwei Veteranen, die sich gegenseitig verachten, aber wissen, dass sie die einzige Brandmauer gegen den Zusammenbruch des Dienstes bilden.