In Episode 5 der zweiten Staffel beweist The Diplomat, dass die gefährlichsten politischen Schlachten selten im Rampenlicht geschlagen werden, sondern in stillen Londoner Salons und privaten Bibliotheken.

Die Figur der Meg Roylin (gespielt von Celia Imrie) verkörpert den archetypischen britischen Machtbroker: eine ehemalige Beraterin, die formell kein Amt mehr bekleidet, aber deren Verbindungen zu Geheimdiensten und Parteistrategen tiefer reichen als die Autorität des amtierenden Premierministers. Ihr Verhör durch Kate Wyler und Außenminister Austin Dennison (David Gyasi) wird zum packenden Kammerspiel.

Roylins Argumentationslinie legt die moralische Grauzone internationaler Staatsführung schonungslos offen. Für sie war die Inszenierung der Krise eine unausweichliche Notwendigkeit, um das Auseinanderbrechen des Vereinigten Königreichs zu verhindern.

Das Zusammenspiel aus temporeichen Dialogen und bürokratischem Realismus macht diese Episode zu einem Glanzlicht der Staffel. Kate Wyler erkennt, dass diplomatische Protokolle lediglich eine Höflichkeitsfassade für knallharte Machtarithmetik sind.