Nach dem beispiellosen Siegeszug der Debütstaffel steht HBOs The Last of Us vor seiner größten dramaturgischen Herausforderung: der Verfilmung des gefeierten und kontrovers diskutierten Videospiel-Epos The Last of Us Part II aus dem Jahr 2020. Fünf Jahre nach dem Massaker im Krankenhaus von Salt Lake City verschiebt sich das thematische Fundament von der rettenden Vaterliebe hin zum selbstzerstörerischen Kreislauf der Rache.
Im Auge dieses Sturms steht Abby Anderson, verkörpert von Kaitlyn Dever. Abby ist die personifizierte Konsequenz von Joels blutiger Rettungsaktion: Als Tochter des von Joel getöteten Firefly-Chirurgen hat sie ihr gesamtes Leben auf ein einziges Ziel ausgerichtet – Vergeltung an jenem Mann zu üben, der ihr den Vater nahm. Devers Verpflichtung verspricht ein facettenreiches Spiel zwischen unbändiger Entschlossenheit und seelischer Verwundung.
Als Schauplatz dient das regennasse, von der Natur zurückeroberte Seattle, wo drei Mächte in einem gnadenlosen Guerillakrieg aufeinandertreffen:
- Die Washington Liberation Front (WLF): Eine schwer bewaffnete, straff organisierte Bürgerwehr unter der Führung von Isaac Dixon (gespielt von Jeffrey Wright).
- Die Seraphiten: Eine fanatische Glaubensgemeinschaft, die Technologie ablehnt, das Gesicht mit rituellen Narben zeichnet und im Wald über unheimliche Pfeifsignale kommuniziert.
- Mutierte Infizierte: Weiterentwickelte Pilzkreaturen wie die lautlos lauernden Stalker und die massigen Shambler.
Craig Mazin und Neil Druckmann haben bekräftigt, die vielschichtige Handlung auf mehrere Staffeln aufzuteilen, um den ambivalenten Perspektiven der Kontrahenten gerecht zu werden.